Bewegung

Spielen ist auch Bewegung. Herumrennen, Klettern, Balancieren ist nicht nur essentiell für die motorische, sondern auch für die geistige Entwicklung, es ist zudem ein elementares Bedürfnis der Kinder und Jugendlichen. Eine regelmässige körperliche Aktivität reduziert Beschwerden und Krankheiten.

Begriff Bewegung:

Gemäss dem Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wird Bewegung im Allgemeinen definiert als «jede Form der Bewegung, die eine Anspannung der Muskeln erfordert und den Energieverbrauch im Vergleich zum Ruhezustand erhöht». Jeden Bereich, in dem Bewegung stattfindet, umfasst diese Definition: in der Freizeit – in der die meisten sportlichen Tätigkeiten ausgeübt werden –, bei der Arbeit, im und ums Haus oder zu Fuss.

 

Warum ist Bewegung gesund?

Mehr als drei Viertel der Aargauer Bevölkerung trainiert gemäss den Zahlen der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 zu folge regelmässig oder bewegt sich ausreichend. Der Anteil von Adipositas- Betroffenen nimmt im Kanton Aargau, wie auch in anderen Kantonen stetig zu. 

  • Regelmässige körperliche Aktivität reduziert gemäss dem Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz HEPA das Risiko für weit verbreitete Beschwerden und Krankheiten wie z.B. Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Darm- und Brustkrebs sowie Knochenschwund (Osteoporose), hilft gegen Hyperaktivität und unterstützt den Stressabbau.
  • Beim Rennen, Schaukeln, Balancieren, Klettern, etc. entwickeln Kinder ihre Grob- und Feinmotorik und erlernen den Umgang mit Gefahren (Erwerb von Risikokompetenzen).
  • Körperlich aktive Junge haben weiter auch weniger angstverbundene Symptome und Depressionen.
  • Neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass Lerninhalte, die mit Bewegungen und Sinneswahrnehmungen gekoppelt sind, im Gehirn besser verankert werden. -->  bessere Schulleistungen!
  • Genügend Bewegung ist für die körperliche, psychische und soziale Entwicklung von Kindern essenziell. Bewegung wirkt sich im Allgemeinen positiv auf das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität aus.
  • Körperlich aktive Kinder und Jugendliche haben auch mehr Ausdauer und Kraft als Kinder, die sich nicht ausreichend bewegen.
  • Wird Bewegung zusammen mit anderen Menschen ausgeübt, wird auch die soziale Integration der Generationen und verschiedener kultureller Gruppen erleichtert.
  • Körperlich Aktive leben tendentiell gemäss der HEPA länger. Weiter sind sie im Alter geistig fitter und weniger pflegebedürftig.
  • Allfällige schädliche Auswirkungen körperlicher Aktivität sind deutlich geringer als solche eines Bewegungsmangels.

 

Mehr Bewegung bitte!

Bewegung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Bewegungsmangel beeinträchtigt nicht nur die Entwicklung von Geist und Körper bei Kindern und macht sie z.T. sogar krank Bewegungsmangel schadet auch Erwachsenen und gilt als eine der häufigsten Ursachen für Zivilisationskrankheiten. Bewegungsmangel verursacht in der Schweiz gemäss HEPA jedes Jahr mind. 2900 vorzeitige Todesfälle, 2,1 Millionen Erkrankungen und direkte Behandlungskosten von 2,4 Milliarden Franken. Aus diesem Grund ist Bewegungsförderung ein wesentlicher Bestanteil einer umfassenden Gesundheitsförderung. 

Wie häufig sich ein Kind oder eine erwachsene Person bewegt, ist jedoch von persönlichen, physischen, sozialen, aber auch vonwirtschaftlichen Faktoren beeinflusst. Ein bewegungsförderliches Umfeld, wie ein naturnaher Spielplatz, kann von Kleinkind bis zum älteren Erwachsenen alle dazu anregen, sich vermehrt zu bewegen und das Bewegungsverhalten positiv zu beeinflussen (HEPA 2013). Dazu braucht es nicht immer Spielgeräte, sondern v.a. Gelegenheiten und Möglichkeiten zur Aneignung bespielbarer Elemente. 

Idealerweise sollten der HEPA zu folge:

  • Erwachsene mindestens 2½ Stunden pro Woche in Form von Alltagsaktivitäten oder Sport mit mind. mittlerer Intensität bewegen. Diese Empfehlung kann auch durch 1¼ Stunden Sport oder Bewegung mit hoher Intensität oder durch eine Kombination von beidem erreicht werden. Ideal ist, wenn die Aktivität auf mehrere Tage in der Woche verteilt wird.
  • Ältere Menschen sollten sich so viel wie möglich bewegen. Wer bereits aktiv ist, kann mit zusätzlichem Trainieren von Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Ausdauer noch mehr für sein Wohlbefinden, seine Gesundheit, seine Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit tun.
  • Jugendliche sollten sich pro Tag 1 Stunde bewegen, jüngere Kinder deutlich mehr. Weiter ist es wichtig, dass junge Menschen mehrmals pro Woche Aktivitäten durchführen, welche die Knochen stärken, die Muskeln kräftigen, die Beweglichkeit erhalten, Herz und Kreislauf anregen und die Geschicklichkeit verbessern.
  • Alle Kinder ab der Geburt müssen gemäss BAG die Möglichkeit erhalten, sich ihrer Entwicklung entsprechend ausreichend zu bewegen. Um alle kleinen Mädchen und Buben in ihrer spontanen körperlichen Aktivität durch vielfältige und spielerische sensomotorische Erfahrungen zu unterstützen, ist der Einfluss von Erwachsenen sowie Gleichaltrigen wichtig!

 

Weiterführende Literatur

  • Gesundheitswirksame Bewegung – Grundlagendokument und Argumentarium zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung (Bundesamt für Sport, hepa.ch): ► Webseite und ⇩ Fachbroschüre
  • Bewegungsförderung – allgemeine Informationen des BAG: ► Webseite
  • Bewegungsempfehlungen – für Säuglinge, Kinder im Vorschulalter, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und SeniorInnen des BAG: ► Webseite
  • Monitoring Bewegung-Ernährung-Übergewicht: MonAM-​Indikatoren von Obsan.ch ► Webseite
  • Schwerpunktprogramm "Bewegung und Ernährung" (Materialien, Empfehlungen, Newsletter, Angebote) des Departements Gesundheit und Sozials: ► Webseite
Quellen
Quellen

hepa.ch. o. J., 2013: «Gesundheitswirksame Bewegung -Grundlagendokument». Bundesamt für Sport BASPO, Bundesamt für Gesundheit BAG, Gesundheitsförderung Schweiz, bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Suva, Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz. Gesundheitswirksame Bewegung. 

Schatanek, V., 2013: «Welchen Wert haben Naturerfahrungen in der Kindheit - Eine naturpädagogische und entwicklungspsychologische Perspektive als Beitrag für eine ‹kindgerechte Frühförderung›». Naturschulen, Grün Stadt Zürich. 

Hüther, G. 2008: «Die Erfahrungen von Natur aus der Sicht moderner Hirnforschung». BfN – Skripten 230: Kinder und Natur in der Stadt Spielraum Natur. 

Dep. Gesundheit und Soziales (Abteilung Gesundheit): Webseite Ernährung und Bewegung - Kanton Aargau (ag.ch). Abgerufen am 1. Juli 2021.